Volatilitätsstrategie bei Binären Optionen

Binäre Optionen besitzen zahlreiche Vorteile: Das Funktionsprinzip ist leicht verständlich und es können hohe Renditen mit einem geringen finanziellen Einsatz erzielt werden. Dabei stellt die wichtigste Basis für den erfolgreichen Binäroptionshandel das Verwenden einer Handelsstrategie dar. Häufig kommt es vor, dass die Märkte extrem schwanken, sodass es Tradern nicht möglich ist, eine eindeutige Richtung des Kurses auszumachen.

Wenn keine klaren Aufwärts- oder Abwärtstrends als Handelssignale genutzt werden können, machen sich viele Trader die Volatilität eines Basiswertes zunutze. Bei der Volatilitätsstrategie geht es um die Spanne, die sich zwischen den unterschiedlichen Preisen eines Basiswertes über einen bestimmten Zeitraum hinweg, zeigt. Hier gilt: Je größer die Schwankungen – desto höher die Erfolgschancen.

Funktionsweise der Volatilitätsstrategie

Der Kurs eines Basiswertes gerät durch aktuelle News aus dem Wirtschafts- und Politiksektor ins Wanken. Das können Unternehmensdaten sein, wie zum Beispiel die Veröffentlichung der Jahresbilanz oder der aktuellen Konjunkturzahlen, die den Wert einer Aktie stark beeinflussen. Ebenso können auch Naturkatastrophen oder Kriege Auswirkungen auf verschiedene Basiswerte wie beispielsweise Währungen oder Rohstoffe haben.

Von besonderem Interesse ist der weltweite Devisenmarkt, da dieser stets hohe Kursschwankungen aufweist. Grund hierfür ist, dass die täglichen Umsätze über fünf Billionen USD betragen, sodass hier eine enorm große Liquidität herrscht. Dies sind die besten Voraussetzungen für starke Kursbewegungen.

Am besten lässt sich ein Basiswert mit hoher Volatilität mit den folgenden Indikatoren erkennen:

  • Simple Moving Average (SMA): Der einfache gleitende Durchschnitt (GD) ist ein geglätteter Mittelwert unterschiedlicher Preise eines Basiswertes. Die Berechnung dieses Mittelwertes übernimmt praktischerweise die Chartsoftware. Sollte der GD weit entfernt von der Kurslinie liegen, so zeigt der Basiswert eine hohe Volatilität.
  • Averate True Range (ATR): Der Indikator ATR wird in einem eigenen Linienchart dargestellt. Die Volatilität eines Assets ist umso höher, je höher auch der ATR ist.
  • Bollinger Bänder: Die Bollinger Bänder bestehen aus drei Chartlinien, wobei die mittlere Linie den gleitenden Mittelwert darstellt. Die anderen beiden Linien zeigen die Standardabweichungen. Hier gilt: Je weiter die Linien voneinander entfernt sind – desto höher ist auch die Volatilität des Basiswertes.

Um die Volatilität zu nutzen, werden gleich zwei Optionen gebucht, und zwar eine Call- und eine Put-Option mit dem gleichen Investitionsbetrag und der gleichen Laufzeit. Besonders wichtig ist hier, dass keine klassischen Call- und Put-Optionen gebucht werden, sondern nur One-Touch-Optionen im High-Yield-Modus. Diese haben zwei Vorteile: Zum einen sind sie die ideale Handelsart bei volatilen Basiswerten und zum anderen wird hier nur ein ordentlicher Kursschlag benötigt, damit eine Option im Geld endet. Wohin sich der Kurs bewegt, ist hier nicht wichtig.

Ein einmaliger Treffe an der festgelegten Preisschwelle (Grenze) ist ausreichend und die eine erfolgreiche Position mach den Verlust bei der anderen Position mehr als nur wett, da im High-Yield-Modus Renditen von teilweise sogar bis zu 1000 Prozent je nach Broker möglich sind.

Praktisches Beispiel

Trader sollten niemals willkürlich oder aus dem Bauch heraus einfach zwei Optionen buchen. Wie schon zuvor erwähnt, muss ein wirtschaftliches oder politisches Ereignis zu erwarten sein, damit es zu hohen Kursschwankungen kommt. Diese können dann mithilfe der Indikatoren analysiert werden.

Binäroptionsbroker bieten in der Regel Wirtschaftskalender an, in denen die wichtigsten Ereignisse gelistet sind. Wenn beispielsweise das Unternehmen Apple seine Jahresbilanz veröffentlicht, so kann es zu Kursschwankungen der Apple-Aktie kommen.

In diesem Fall könnte also jeweils eine One-Touch-Option auf einen steigenden und einen fallenden Kurs gesetzt werden. Werden nun jeweils zum Beispiel 250 Euro investiert, eine Option gewinnt und eine verliert, so liegt der Gewinn bei einer Rendite von 400 Prozent bei 2.000 Euro (abzgl. Einsatz = 1.500 Euro Gewinn).

One Touch Option
One-Touch-Option auf Apple-Aktie mit einem Einsatz von 250 Euro (BDSwiss)

Tipp: Es ist durchaus empfehlenswert, die Volatilitätsstrategie zunächst mithilfe eines Demokontos ausgiebig zu testen. Trader sollten sich hierfür unbedingt die Zeit nehmen, um größere Verluste zu vermeiden. Es darf nicht vergessen, dass One-Touch-Optionen ein sehr großes Risiko beinhalten und es zu einem Totalverlust kommen kann.

Worauf muss besonders geachtet werden?

Grundsätzlich muss bei der Volatilitätsstrategie auf folgende Punkte geachtet werden, damit diese auch gewinnbringend ist:

  • Ein Binäroptionsbroker muss die Handelsart One-Touch-Optionen im High-Yield-Modus anbieten. Die klassischen Call- und Put-Optionen mit Renditen von bis zu 90 Prozent sind nicht für die Volatilitätsstrategie geeignet.
  • Vor Beginn der Handelswoche sollten die politischen und wirtschaftlichen News geprüft und analysiert werden. Hierzu gehört dann auch die Auswahl des passenden Basiswertes. Die Positionen werden dann für diese Handelswoche gebucht, wenn ein großes Ereignis bevorsteht und die Volatilität durch den Einsatz von Indikatoren bestätigt wird.
  • Trader müssen sich bewusst sein, dass die Broker die Preisgrenzen für die One-Touch-Optionen soweit es geht zu ihren Gunsten festlegen. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass der ausgewählte Basiswert eine ausreichende Volatilität aufweist, damit der Kurs eine der beiden Schwellen berühren kann. Sollte keine hohe Volatilität vorhanden sein, enden schlimmstenfalls beide Optionen im Verlust.
  • Der Einsatz für beide Optionen muss gleich hoch sein, ebenso muss auch die Optionslaufzeit gleich ausgewählt werden.

Für wen ist die Volatilitätsstrategie geeignet?

Die Volatilitätsstrategie ist mit einem hohen Risiko behaftet. Für den Erfolg ist es unbedingt erforderlich, dass sich Trader mit der Technischen und Fundamental-Analyse sowie den wichtigsten Basiswerten sehr gut auskennen. Aufgrund dessen ist diese Handelsstrategie nicht für Einsteiger geeignet. Nur sehr erfahrene Trader können hier große Erfolge erzielen.

Fazit

Im Vergleich zur Trendfolgestrategie ist die Volatilitätsstrategie wesentlich komplexer und erfordert ein hohes Maß an Handelserfahrung. Die Anwendung dieser Handelsstrategie bleibt deshalb nur den sehr erfahrenen Tradern vorbehalten. Hinzu kommt, dass das Handeln in volatilen Märkten nur bei One-Touch-Optionen sinnvoll ist, wofür eine sehr genaue Markteinschätzung absolut notwendig ist. Einsteiger verfügen in der Regel noch nicht über das erforderliche Fachwissen, weshalb diese sich zunächst auf die Trendfolgestrategie konzentrieren sollten.

Das praktische Beispiel zeigt, dass mithilfe von One-Touch-Optionen durchaus hohe Renditen erzielt werden können. Zu beachten ist, dass nicht alle Binäroptionsbroker diese Handelsart anbieten. Zudem ist der One-Touch-Handel oftmals auf einige wenige Basiswerte beschränkt und wird auch nicht während der gesamten Handelszeit angeboten. Aus diesem Grund ist es wichtig einen Broker zu wählen, der den One-Touch-Handel vor allem in volatilen Marktphasen im Programm hat. Es kann durchaus sinnvoll sein, Handelskonten bei verschiedenen Brokern zu eröffnen, um hierdurch eine gewisse Flexibilität und Unabhängigkeit zu gewinnen.

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